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Madeira - Ein Dschungelberg im Atlantik

Orte, die man auf Madeira gesehen und erlebt haben sollte.


Madeira, portugiesisch für „Holz“, ist eine portugiesische Insel im Atlantik. Zu ihr gehören die zwei Nachbarinseln Porto Santo mit rund 500 Einwohnern und Ilhas Desertas, eine unbewohnte Wüsteninsel, dessen Umrisse man von der Ostküste in einer mystischen Schönheit erahnen kann. Das gesamte Archipel wurde 1418 von den Portugiesen entdeckt. Die Hauptstadt Madeiras ist Funchal und liegt im Süden der Insel. Hier leben auch die meisten der 260.000 Einwohner. Die Insel ist etwa 57 km lang und bis zu 22 km breit. Die Lage befindet sich 550 km westlich der marokkanischen und 1000 km südwestlich der europäischen Küste.




Allgemeine Informationen


Anreise

Madeira besitzt einen großen, internationalen Airport namens "Cristiano Ronaldo", den fast alle großen deutschen Flughäfen anfliegen. Die Flugzeit beträgt etwa 4 Stunden. Von Lissabon aus sind es nicht einmal zwei Stunden. Die Anreise, bzw. der Anflug ist bereits das erste Abenteuer dieser Reise. Madeira hat eine der kleinsten Landebahnen der Welt und Piloten müssen speziell für diese ausgebildet sein. Mit einer steilen Kurve im Landeanflug fliegt man nah den Felsen entlang und über Häuser hinweg. Danach hat der Pilot eine Strecke von 2777 Meter um zum Stehen zu kommen. Die Landebahn ist dabei nur zum Teil auf der Erde Madeiras gebaut, denn der Großteil steht auf massiven Betonstelzen, die ins Meer ragen. Bei starkem Wind darf übrigens aus Sicherheitsgründen nicht gelandet werden. Fun Fact: Am Tag vor unserer Anreise durften zwei Flugzeuge nicht landen und wurden zu den kanarischen Inseln gebracht. Wir hatten Glück und durften das Spektakel erleben. Warum "Cristiano Ronaldo“? Weil CR7 von Madeira kommt, worauf die Insel ziemlich stolz ist.


Flora & Fauna

Madeira ist eine Insel wie aus dem Bilderbuch. Als hätten sich Monet und Henri Rousseau zusammengesetzt um gemeinsam mit den Worten von F. Scott Fitzgerald eine Traumwelt zu gestalten. Ein Dschungelberg inmitten des Atlantiks. Mit saftigen grünen Bergen und steilen Küsten voller Wasserfällen, verziert mit einer einzigartigen Blumenwelt und dicken Palmenblättern. Madeira bedeutet "Holz“ und ist nach ihren vielen Wäldern benannt. Der Ursprung der Insel ist vulkanisch, weshalb die wenigen Sandstrände schwarz und die anderen aus dicken runden Kieseln bestehen. Die bergige Landschaft misst an ihrem höchsten Punkt, dem Pico Ruivo 1,861 Meter. Die Insel beglückt mit einem ganzjährigen subtropischen sommerlichem Klima und wird auch die „Insel des ewigen Frühlings“, „der schwimmende Garten“ oder „die Blumeninsel“ genannt. Ja, sie macht ihrem Namen alle Ehre. Etwa 16% der Pflanzen sind endemisch, d.h. sie sind ursprünglich und wachsen sonst nirgendwo auf der Welt. Heute zählt man 760 Arten, die 112 Pflanzenfamilien entstammen.


Mit dem Auto auf Madeira

Wie an den meisten Urlaubszielen sind die Car Rentals an Flughäfen, der sich übrigens in Santa Catarina befindet, um einiges teurer als in der Umgebung. So also auch hier. Am besten nimmt ihr euch ein Bolt (Uber gibt es nicht und Taxen sind sehr teuer) oder fahrt mit dem Bus nach Funchal, die Hauptstadt Madeiras. Die Fahrzeit beträgt etwa 20 Minuten und kostet mit Bolt weniger als 20€. Hier habt ihr eine große Auswahl an Autovermietungen. Ich empfehle ein kleines Auto, da die Straßen oft schmal und die Kurven sehr eng sind.


Route nach Gefühl

Funchal ist also sowohl Ausgangspunkt als auch Ziel eures Roadtrips über die Insel Madeira, was praktisch ist. Ich habe auf dieser Reise nicht jeden Touri-Hotspot mitgenommen, sondern mich treiben lassen. Durch direkten Kontakt und Unterhaltungen zu Einheimischen bekam ich Tipps aus erster Hand, um dann spontan zu schauen, wo ich wann sein möchte, ohne dass es zu wild werden würde. Unterkünfte habe ich meistens am selben Tag gebucht, was leicht riskant war, da Madeira nicht wirklich viel Auswahl hat und bereits einiges ausgebucht war.

Es macht also Sinn, wenn man bestimmte Wünsche und Vorstellungen hat, im Vorfeld zu buchen. Allgemein könnt ihr euch sicher sein, dass ihr in jedem Teil der Insel von ihrer Schönheit überrascht werdet. Sechs Tage reichen aus, aber 6 Wochen könnte man auch füllen. Madeira hat unglaublich viel zu entdecken und zu erleben. Ich habe nur einen kleinen Teil davon gesehen, weshalb ich definitiv wieder kommen möchte. Ich möchte euch aber schon mal von den Orten erzählen, die mich bereits von ihrer Schönheit und Einzigartigkeit überrascht haben.


Orte, die man auf Madeira gesehen und erlebt haben sollte.


Ponta de São Lourenço | Ponta das Gaivotas | Prainha do Caniçal

Ponta de São Lourenço, die östlichste Spitze Madeiras, ist eine faszinierende Landzunge, die aus zwei vorgelagerten Inseln und kleineren Felsen im Atlantik besteht. Auf dem Weg über die Halbinsel, die zum Gebiet der Gemeinde Caniçal im Kreis Machico gehört, wurde ich immer wieder von der beeindruckenden Schönheit diesen Teil der Insel verzaubert.


Entlang der Küstenstraße stieß ich auf ein verstecktes Juwel: die "Prainha do Caniçal", einen der wenigen natürlichen Sandstrände der Insel. Die kleine Bucht, kaum von der Straße aus erkennbar, offenbarte sich erst nach einem steilen Abstieg. Der weiche schwarze Sand glitzerte in der Sonne, das klare und ruhige Wasser war zwar eiskalt, aber von einer atemberaubenden Schönheit. Dieses Erlebnis war einzigartig, da die Strände auf Madeira normalerweise aus großen Kieseln bestehen. Die natürliche und charmante Oase scheint noch ein echter Geheimtipp zu sein, da kaum ein Mensch dort war. Die Ausschilderung beschränkte sich auf ein kleines hölzernes Schild, also ist es ratsam, die Augen offen zu halten.


Nach einem erfrischenden Bad ging die Reise entlang der Küste fort, vorbei an dem malerischen Örtchen Ponta das Gaivotas, dessen Anblick und Szenerie wie ein aufwändiges Gemälde wirkte.


Schließlich erreichten ich das eigentliches Ziel: Ponta de São Lourenço. Der Anblick überwältigte mich auf ein Neues. Diese atemberaubende Landschaft war eine unerwartete Überraschung auf Madeira. Für einen Moment fühlte es sich an, als wäre ich auf den Lofoten, nur ein paar Grad wärmer. Tiefblaues Meer, bergige Wiesenlandschaften, die in allen erdenklichen Grüntönen leuchteten, und braun-graue Felsen, die diese beiden Welten harmonisch verbanden. Aus Zeitgründen konnte ich diese einzigartige Hügellandschaft leider nicht erkunden, doch steht diese Wanderung nun ganz oben auf meiner Bucket-List.


Pittoreske Küstenstraße von Santana bis Porto Moniz In den darauf folgenden Tagen setzte ich meine Reise entlang der Küstenstraße fort, die mich bis nach Porto Moniz im Westen der Insel führte. Auf dieser Strecke ist einfach jeder einzelne Zentimeter von Schönheit geprägt. Es ist, als würde man durch einen Dschungel fahren: Die Berge sind bedeckt von hunderten von Pflanzenarten in unendlichen Grüntönen, die dramatisch von den Bergen hängen, als würden sie gleich herunter fallen. Zur anderen Seite prallen die Wellen an die Steilküste und die Gischt zaubert weiße Malereien ins Meer. Zur Linken habe ich den Eindruck, dass eine grüne Wand auf mich hinunterfällt, während ich zur anderen Seite die wilde Freiheit in ihrer unendlichen Weite spüre.

Die Straßen sind schmal und die Kurven sind eng. Besonders schnell komme ich nicht voran. Und genau so soll es auch sein. Jeder Meter dieses Weges darf von mir ausgekostet werden. So entdecke ich immer wieder Wasserfälle zwischen den Felsen oder die grünen hängenden Gärten. Ein Genuss von Roadtrip Feeling.



Pestana Quinta Do Arco - Rosengarten Ein spontaner Halt im Pestana Quinta do Arco führte mich in ein charmantes Luxusresort, eingebettet in einen bezaubernden Rosengarten. Hier gedeihen 1700 verschiedene Rosenarten von April bis Dezember. Da mein Besuch im April stattfand, blühten zwar noch nicht alle Rosen, aber der Ort strahlte dennoch eine magische Atmosphäre aus. Hinter der Unterkunft mit Meerblick erstreckten sich steile, grüne Wände, während um mich herum ein Meer aus Blumen und Pflanzen lag.





Véu da Noiva - Wasserfall

Ein weiterer Aussichtspunkt auf dem Weg Richtung Porto Moniz war ein ganz besonderer Wasserfall: Véu da Noiva. Der Name "Véu da Noiva" bedeutet auf Portugiesisch "Brautschleier", was auf die schiere und leichte Art hinweist, mit der das Wasser über die Felsen fließt. So auch hier, im Curral das Freiras (Nonnental), einem malerischen Ort inmitten der Berge von Madeira. Das Wasser stürzt hier von den steilen Felswänden herab ins tiefe Meer und bildet dabei einen atemberaubenden Anblick. Der Ort ist von üppiger Vegetation umgeben, was die Szenerie noch beeindruckender macht. Der Wasserfall ist eine beliebte Attraktion für Naturfreunde und Fotografen, um sich den Wasserfall-Schleier selbst aufzusetzen.





Porto Moniz

Porto Moniz ist eine Stadt an der Nordwestküste von Madeira. Das markanteste Merkmal von Porto Moniz sind zweifelsohne die natürlichen Meerwasserpools, die von Lavagesteinen geformt wurden. Das klare Wasser und die kräftigen Wellen des Atlantiks füllen diese Pools, die dann als natürliche Schwimmbecken genutzt werden können. Ein wirklich einzigartiges, wenn auch sehr kaltes Erlebnis, das noch besonderer wird, wenn man sich der Entstehung dieser Pools bewusst ist. Der Ort an sich zeichnet durch die schwarzen Lavafelsen einen faszinierenden Kontrast zu den blauen Wasserbecken und schafft eine dramatische Kulisse neben der hügeligen Landschaft aus satten Grüntönen.





Levada do Alecrim - eine Wanderung zum Wasserfall

Levadas sind künstliche Wasserkanäle, die das Wasser aus den regenreichen Gebirgsregionen in die landwirtschaftlichen Gebiete leiten. Viele Wanderwege folgen diesen Levadas und bieten atemberaubende Ausblicke auf die umliegende Landschaft, einschließlich Wälder, Berge und Täler.

Ich entschied mich auf Grund meiner Höhenangst für einen einfachen Weg: den Levada do Alecrim, der bei einem wunderschönen Wasserfall endete. Hier erzählen Bilder mehr als Worte.





Ponta do Sol

Es ging weiter durchs Landesinnere über die Berge in den Süden – nach Ponta do Sol, übersetzt „Spitze der Sonne“. Der Ort macht seinem Namen alle Ehre und gilt als einer der sonnenreichsten auf Madeira. In einer kleinen Bucht gelegen und von einem schwarzen Strand aus groben Steinen geprägt, erlebt man hier atemberaubende Sonnenuntergänge zwischen den grün bewachsenen Felsen. Hier habe ich auch meinen Lieblingswein der Reise beim Sonnenuntergang genossen. (Hotelempfehlung: Enotel Ponta do Sol).





Cascata dos Anjos

Ein paar Minuten westlich von Ponta do Sol wartet eine weitere faszinierende Attraktion: der "Cascata dos Anjos" - Wasserfall der Engel. Während man die Straße entlangfährt, wird man von der beeindruckenden Szenerie des Wasserfalls überrascht, wenn das klare Wasser in imposanten Kaskaden über die Felsen stürzt und dabei die Straße überquert. Dies schafft nicht nur eine beeindruckende visuelle Kulisse, sondern auch eine einzigartige Möglichkeit für unvergessliche, natürliche Dusch-Erlebnisse.

Die Straße Cascata dos Anjos, die diesen Wasserfall durchquert, ist nicht nur ein Durchgangsort, sondern auch ein Ort mit atemberaubender Aussicht auf das Tal von Serra de Água und die umliegenden Berge.




Ich hoffe, dass ihr ein paar Inspirationen aus diesem Beitrag ziehen konntet.

Bei Fragen zu den Orten schreibt mir gerne über das Kontaktformular oder hinterlasst ein Kommentar.


Übrigens...

Was ihr auf Madeira essen solltet!

Bolo do Caco, Shrimps in Sauce, Lapas


...und trinken: Poncha!

Poncha ist ein traditionelles alkoholisches Getränk, das seinen Ursprung auf der portugiesischen Insel Madeira hat. Es ist ein erfrischender Cocktail, der auf Rum basiert und oft mit Honig, Zucker, Zitronensaft und manchmal auch mit Fruchtsaft zubereitet wird.

Die Grundzutaten für Poncha sind in der Regel:

  1. Rum: Der traditionelle Madeira-Rum wird für Poncha verwendet, aber es gibt auch Variationen, die mit anderen Rumsorten zubereitet werden.

  2. Zitronensaft: Frischer Zitronensaft verleiht dem Getränk eine saure Note.

  3. Honig oder Zucker: Um dem Getränk Süße zu verleihen, wird oft Honig oder Zucker hinzugefügt.

Die Zubereitung von Poncha ist relativ einfach. Die Zutaten werden in einem speziellen Gefäß, oft einem Holzbecher namens "Poncheria", miteinander vermischt. Ein spezieller Rührstab namens "Caralhinho" wird verwendet, um die Zutaten zu mischen und aufzuschäumen. Das Rühren und Mischen ist ein wichtiger Teil des Zubereitungsprozesses, um die Aromen gut zu vermengen und dem Getränk eine angenehme Textur zu verleihen.

Poncha ist nicht nur auf Madeira beliebt, sondern auch auf dem portugiesischen Festland. Es ist ein erfrischendes Getränk, das oft in geselliger Runde genossen wird.

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